Wer vermutet, dass er an einer Form von Diabetes erkrankt ist, sollte zuerst mit seinem Hausarzt sprechen. Dieser kennt die Anamnese (Krankengeschichte) seines Patienten und kann die besten Rückschlüsse ziehen.
Den Typ-2-Diabetes kann der Hausarzt in seiner Praxis selber behandeln. Ansonsten wird er eine Überweisung zu einem Facharzt ausstellen. In diesem Fall erhält er vom mit- oder weiterbehandelnden Facharzt alle Untersuchungsergebnisse, die durchgeführt wurden, um einen Diabetes abzuklären.

Autor: Thomas Graf.AMediziner, Diabetes-Experte. Betreiber Profil Zuletzt aktualisiert: 08.03.2020

Themenverzeichnis:

Fachärzte für Diabetes

Die erste Anlaufstelle ist wie bereits erwähnt, stehts der Hausarzt. Für Folgerezepte des Antidiabetikums Metformin können auch Ärzte über das Internet konsultiert werden. Wir nennen jetzt noch spezielle Fachärzte die bei Bedarf in Frage kommen. 

Diabetologe

Der Diabetologe ist in der Regel ein Internist, der diese Bezeichnung aufgrund seiner medizinischen Zusatzausbildung trägt.

Er darf Typ-1 und Typ-2-Diabetiker behandeln. Häufig wird die Behandlung in der Praxis von einer Ernährungs- oder speziell geschulten Diabetesberaterin unterstützt. Arzt und Beraterin arbeiten eng miteinander zusammen. Kürzeste Kommunikationswege und nur eine Anlaufstelle erleichtern auch dem Patienten die Kooperation für einen möglichst erfolgreichen Behandlungsverlauf.

Nephrologe

Der Nephrologe ist ein Facharzt für Nierenerkrankungen.

Immer noch kann nicht ausgeschlossen werden, dass Diabetiker im Laufe der Zeit eine Nierenschädigung erleiden. Er wird nach eingehender Diagnostik entschieden, ob die beste Therapie mit einem ACE-Hemmer oder einem AT1 Antagonisten erfolgen kann.

Kardiologe

Der Kardiologe ist ein Facharzt für Herz- und Kreislauferkrankungen.

Weil das Herz durch eine diabetische Erkrankung stark in Mitleidenschaft gezogen werden kann, ist auch der Kardiologe in die medizinische Kontrolle mittels EKG, Sonografie (Ultraschall) und/oder Herzkatheter eingebunden. Die Untersuchung des Herz-Kreislauf-Systems sowie der Arterien zur Vorbeugung oder Behandlung einer Arterienverkalkung fallen in seinen Bereich.

Neurologe

Ein Neurologe ist ein Facharzt für Nervenerkrankungen.

Besteht der Verdacht auf eine Schädigung der Nervenbahnen durch ständig erhöhte Blutzuckerwerte, ist der Neurologe gefragt. Überprüft werden von ihm die Faktoren Schmerz- und Berührungsempfindlichkeit aber auch die Muskelaktivität und die Nervenleitgeschwindigkeit.

Ophthalmologe

Unter Ophthalmologen werden auch Augenärzte definiert.

Durch einen Diabetes können die kleinsten Blutgefäße der Netzhaut geschädigt werden. Deshalb ist die Kontrolle durch einen Ophthalmologen (Augenarzt) in manchen Fällen durchaus erforderlich.

Podologe

Ob sich an den Füßen aufgrund des Diabetes Stellen entwickeln, die sich zu einem Geschwür entwickeln können, untersucht der Podologe sehr genau.

Wichtig: Podologen sind keine Ärzte. Viele unter ihnen besitzen aber eine Kassenzulassung, weil Diabetiker ein diabetisches Fußsyndrom (DFS) über eine Heilmittelverordnung im Rahmen einer podologischen Komplexbehandlung bei ihm erhalten können. Die Kosten übernimmt dann auch die gesetzliche Krankenkasse (GKV).

Psychologe

Folgeschäden von Diabetes können die Psyche der Betroffenen stark belasten.

Eine psychologische Begleitbehandlung ist in diesem Fall erforderlich. Im Idealfall findet sich in Wohnortnähe ein Psychologe, der sich mit den speziellen Problemen von Diabetikern auskennt.

Zahnarzt

Zu den möglichen Folgeerkrankungen eines Diabetes gehört die Parodontitis.

Das Risiko ist um das Dreifache gegenüber denen, die nicht an Diabetes erkrankt sind, erhöht. Auch wenn keine Probleme offensichtlich sind, sollte eine regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt im eigenen Interesse erfolgen. Wird die fortgeschrittene Parodontitis nicht behandelt, kann die Insulinresistenz der Gewebe erschwert werden. Damit gestaltet sich dann auch die richtige Blutzuckereinstellung wesentlich schwieriger.

Fachärzte für Sonderfälle

Die Erkrankung in Form eines Diabetes insipidus centralis oder Diabetes insipidus renalis sollte von einem Endokrinologen behandelt werden.

Es handelt sich schließlich um einen ADH (Vasopressin) Mangel. Dieser kann eine Störung im Wasserhaushalt des Körpers verursachen, weil mehrere Liter an nicht konzentriertem Urin ausgeschieden werden.2Informationen für Patienten und Fachleute aus erster Hand Schwerpunkt: Endokrinologie / Diabetologie | diabetes-deutschland.de

Beruht der diagnostizierte Diabetes auf einer unklaren Genese, handelt es sich um einen idiopathischen Diabetes insipidus, der ebenfalls endokrinologisch behandelt werden kann.4Diabetes insipidus | dr-kluthe.de

Quellen:

  1. Diabetes: Welcher Doktor macht was | aponet.de
  2. Informationen für Patienten und Fachleute aus erster Hand Schwerpunkt: Endokrinologie / Diabetologie | diabetes-deutschland.de
  3. Diabetes? Schock! Welcher Arzt ist nun richtig für mich? – diabetes-online.de
  4. Diabetes insipidus | dr-kluthe.de

Autor: Thomas Graf. Selbständiger Mediziner. Experte im Fachgebiet Diabetes.