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Risikogruppen: Diese Faktoren steigern das Diabetes-Risiko

Diabetes mellitus gilt nicht ohne Grund als Volkskrankheit – sie kann nämlich jeden treffen. Dabei spielen Faktoren wie das Alter, der Lebensstil und das Gewicht grundsätzlich erst einmal keine Rolle. Die Veranlagung zu Diabetes ist schließlich genetisch bedingt, weshalb man sich nicht dagegen wehren kann.

Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht: Die entsprechenden Gene werden meist nur dann aktiv, wenn bestimmte Einflüsse auf sie wirken. Das ist vor allem bei Diabetes Typ-2 der Fall: Der individuelle Lebensstil spielt eine ganz wichtige Rolle bei der Entstehung der Krankheit. Übergewichtige bilden beispielsweise eine sogenannte Risikogruppe.

In diesem Artikel möchten wir die einzelnen Risikogruppen einmal näher für Sie beleuchten und zeigen, unter welchen Umständen das Risiko einer Diabetes-Erkrankung am höchsten ist.

diabetes-risikogruppen

Risikofaktor: Schwangerschaft

In Deutschland erkranken rund vier Prozent aller Frauen während ihrer Schwangerschaft unter einem sogenannten Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes). Während die Schwangerschaft selbst prinzipiell die Risikogruppe bildet, gibt es noch weitere Faktoren, die das Risiko eines Schwangerschaftsdiabetes erhöhen können.

Das Risiko eines Schwangerschaftsdiabetes ist immer dann erhöht, wenn die Frau bereits über 30 Jahre alt ist, unter Übergewicht leidet und es bereits Fälle von Diabetes innerhalb der näheren Verwandtschaft gab. Des Weiteren erhöhen vorangegangene Fehlgeburten das Risiko. Wenn die Frau bereits vorher ein Kind zur Welt gebracht hat, dann spricht ein Geburtsgewicht von über 4.000 Gramm ebenfalls für einen Schwangerschaftsdiabetes. Auch wenn man selbst ein hohes Geburtsgewicht aufgewiesen hat, ist das Risiko erhöht.

Während der Schwangerschaft gibt der Körper vermehrt Glukose an den Blutkreislauf ab, damit das Kind mit genügend Energie versorgt wird. Die Bauchspeicheldrüse der Mutter kommt damit gelegentlich nicht zurecht, sodass es an Insulin fehlt – der Schwangerschaftsdiabetes entsteht.

Behandelt wird eine solche Form des Diabetes mit Bewegung und einer gesunden Ernährung. Hilft alles nichts, ist eine Insulintherapie vonnöten. Nach der Schwangerschaft verschwindet der Diabetes normalerweise wieder.

Wird die temporäre Stoffwechselerkrankung optimal behandelt, droht im Normalfall kein Risiko für das ungeborene Kind. Bleibt der Schwangerschaftsdiabetes hingegen unbehandelt, ist das Risiko hoch, dass das Kind Folgen davonträgt.

Risikofaktor: Kindheit und Jugend

Während der Kindheit und der Jugend ist das Risiko am höchsten, an einem Diabetes Typ-1 zu erkranken. Das liegt daran, dass es sich bei der Krankheit um eine Autoimmunerkrankung handelt, die genetisch festgelegt ist. Die entsprechenden Gene werden am häufigsten während der Kindheit und der Jugendzeit aktiv.

Die genauen Ursachen werden aktuell noch erforscht, allerdings geht man davon aus, dass Virusinfektionen und frühkindlicher Kontakt mit Kuhmilch dafür sorgen könnten, dass die Gene aktiv werden.

Diabetes Typ-1 ist die häufigste chronische Stoffwechselerkrankung bei Kindern und Jugendlichen.

Risikofaktor: Lebensstil

Während man sich gegen Diabetes Typ-1 nicht wehren kann, tritt Diabetes Typ-2 meist erst durch einen ungesunden Lebensstil zutage. Die drei wichtigsten Ursachen sind dabei Bewegungsmangel, eine ungesunde Ernährung und Übergewicht bzw. im Extremfall sogar Fettleibigkeit (Adipositas).

Diabetes Typ-2 ist die häufigste Form des Diabetes und macht circa 90 Prozent aller Fälle weltweit aus. Da die Lebensgewohnheiten in den Industrienationen immer ungesünder werden, ist es daher nicht verwunderlich, dass die absoluten und relativen Zahlen der Diabetiker immer weiter ansteigen. Außerdem ist die Dunkelziffer der Betroffenen enorm hoch, da Diabetes mellitus häufig gar nicht oder erst sehr spät diagnostiziert wird.

Die Krankheit tritt nicht plötzlich auf, sondern entwickelt sich langsam und kontinuierlich über die Jahre hinweg. Es entsteht dabei nach und nach eine Insulinresistenz. Zwar ist im Falle von Diabetes Typ-2 immer noch Insulin im Körper vorhanden und wird auch weiterhin von der Bauchspeicheldrüse produziert, die Zellen des Körpers sprechen allerdings nicht mehr darauf an.

Glücklicherweise kann man die Insulinempfindlichkeit des Körpers mithilfe von Sport, einer Reduktion des Körpergewichts und einer gesünderen Ernährungsweise wieder erhöhen. Nichtsdestotrotz kann es notwendig werden, die Krankheit mit Medikamenten oder einer Insulintherapie zu behandeln.

Risikofaktor: Alter

Das Alter ist ebenfalls ein Risikofaktor, da die Insulinempfindlichkeit im Laufe der Jahre immer weiter abnimmt. Das Risiko eines Diabetes erhöht sich also gleichzeitig von Jahr zu Jahr.

Aus diesem Grund kann es passieren, dass ein Diabetes Typ-2, der zuvor durch eine Änderung der Lebensgewohnheiten verschwunden ist, plötzlich wieder auftaucht. Daran sieht man, dass der Blutzuckerspiegel regelmäßig kontrolliert werden sollte, wenn ein Diabetes einmal aufgetreten ist – auch, wenn man jahrelang nichts mehr von der Krankheit mitbekommen hat.

Risikofaktoren legen lediglich Wahrscheinlichkeiten fest!

Zum Schluss möchten wir noch ein paar Worte über das Thema Risikofaktoren verlieren. Hierbei handelt es sich lediglich um Wahrscheinlichkeiten – das Auftreten der Krankheit ist nicht in Stein gemeißelt.

So kann es passieren, dass Menschen, die gar nichts mit den Risikofaktoren zu tun haben, an Diabetes erkranken, wohingegen stark übergewichtige Personen, die sich so gut wie nicht bewegen, von der Krankheit verschont bleiben.

Letztendlich können wir Ihnen nur raten, sich beim Arzt durchchecken zu lassen, wenn Sie das Gefühl haben, Symptome bei sich zu entdecken.