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HbA1c: Blutzuckergedächtnis als diagnostisches Merkmal

HbA1c: Blutzuckergedächtnis als diagnostisches MerkmalBei HbA1c handelt es sich um ein Glykohämoglobin, das einen wichtigen Faktor bei Blutzuckertests von Diabetikern darstellt. HbA1c stellt eine Form des roten Blutfarbstoffes dar, der auch als Hämoglobin bezeichnet wird und den Sauerstoff an die roten Blutkörperchen bindet. Auf diese Weise werden die Zellen des Körpers durch den Blutkreislauf mit Sauerstoff versorgt, der zuvor in der Lunge an das Hämoglobin gebunden wurde.

Grundsätzlich zeigt HbA1c die Blutzuckerwerte der letzten vier bis zwölf Wochen an, wobei man aufgrund von Erfahrungswerten von rund acht Wochen spricht. Dieser Wert wird häufig als Langzeit-Blutzucker bzw. Blutzuckergedächtnis bezeichnet.

Wie erfolgt die Messung von HbA1c?

Der HbA1c-Wert kann bei standardmäßigen Bluttests erfasst werden. Nach der Blutabnahme wird die Blutprobe im Laborautomaten analysiert und später in Prozent oder Promille angegeben.

Der Wert basiert auf der Lebensdauer der roten Blutkörperchen und gibt die Qualität der Blutzuckereinstellungen der vergangenen Wochen wieder. Ein hoher HbA1c-Wert deutet dabei auf zu hohe Blutzuckerwerte in der Vergangenheit hin.

Grundsätzlich ist der HbA1c-Test nur ein Teil der gesamten Analyse, da der Wert alleine relativ wertlos ist. Wenn sich beispielsweise bei einem Patienten zu hohe und zu niedrige Werte abwechseln, käme im Durchschnitt eine optimale Blutzuckereinstellung heraus. Dies wäre in Wirklichkeit allerdings natürlich nicht der Fall gewesen. Der HbA1c-Wert sollte deshalb nicht als „heiliger Gral“ bei der Analyse von Diabetes mellitus angesehen werden.

Wie hoch sollte der HbA1c-Wert sein?

Gesunde Menschen weisen normalerweise einen Wert von circa fünf bis sechs Prozent auf, was 30 mmol/mol entspricht. Bei Patienten mit Diabetes Typ-1 sollte ein guter Wert unter siebeneinhalb Prozent liegen (unter 58 mmol/mol). Typ-2-Diabetiker fahren gut mit einem Wert zwischen sechseinhalb und siebeneinhalb Prozent (zwischen 48 und 58 mmol/mol).

Wenn diese Werte erzielt werden, dann lebt man normalerweise mit einer optimalen Blutzuckereinstellung, sodass eventuelle Folgeerkrankungen möglichst effektiv zurückgehalten werden.

Grundsätzlich handelt es sich bei den hier genannten Werten allerdings nur um Richtwerte. Der optimale Wert muss letztendlich immer individuell festgestellt werden, da dabei zu viele Faktoren eine Rolle spielen können. Bei älteren Patienten wird beispielsweise lediglich ein Wert von unter acht Prozent empfohlen. Dieser Wert wäre bei gesunden Erwachsenen allerdings bereits deutlich zu hoch.

Diagnose von Diabetes anhand des HbA1c-Tests

Wenn die routinemäßig durchgeführten Blutzuckertests nicht zu aussagekräftigen Ergebnissen führen, dann wird meist ein HbA1c-Test durchgeführt, um Diabetes zu diagnostizieren. Dabei gilt: Ein Wert von über sechs Prozent bestätigt das Vorhandensein der Krankheit. Werte von unter sechs Prozent sprechen gegen eine bestehende Diabetes-Erkrankung.