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Diabetes Typ-1: Alle Infos über die Autoimmunkrankheit

Bei Diabetes Typ-1 handelt es sich um eine Autoimmunkrankheit, die häufig bereits im Kindes- oder Jugendalter entsteht. In Deutschland sind rund 400.000 Menschen an Diabetes Typ-1 erkrankt, was ungefähr 0,5% der Gesamtbevölkerung ausmacht. Die korrekte Bezeichnung der Krankheit lautet Diabetes mellitus Typ-1.

Das Immunsystem, welches eigentlich dafür zuständig ist, Bakterien, Pilze und sonstige Keime, die in den Organismus eindringen, zu bekämpfen, richtet sich bei Typ-1 Diabetikern auf einmal gegen körpereigene Zellen. Betroffen sind dabei vor allem die Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die das Hormon Insulin produzieren. Infolgedessen fehlt dem Körper das notwendige Insulin, welches den Zucker aus dem Blut an die verschiedenen Körperzellen weiterleitet, damit diese ordnungsgemäß funktionieren können.

Die Folge: Der durch die Nahrung aufgenommene Zucker verbleibt im Blutkreislauf, wodurch der Blutzuckerspiegel in die Höhe steigt. Das hat zur Folge, dass die Blutgefäße, die Nervenbahnen und verschiedene Organe auf Dauer beschädigt werden. Um diese Schädigungen zu verhindern, müssen sich Patienten von Diabetes Typ-1 ihr Leben lang künstliches Insulin spritzen, um den Stoffwechsel aktiv zu halten und um den Blutzuckerspiegel zu normalisieren.

Ursachen von Diabetes Typ-1

Da es sich bei Typ-1 Diabetes um eine Autoimmunerkrankung handelt, geht man davon aus, dass die Hauptursache innerhalb der Erbanlagen zu finden ist. Wenn ein Elternteil unter Diabetes Typ-1 leidet, dann beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass entsprechende Erbanlagen bei den Nachkommen aktiv werden, nur wenige Prozent. Sind beide Elternteile Typ-1 Diabetiker, beträgt das Risiko bereits 20%.

Des Weiteren geht man davon aus, dass auch bestimmte Umweltfaktoren zu Diabetes Typ-1 führen können. Im Fokus stehen dabei der frühzeitige Kontakt mit Kuhmilch und bestimmte Virusinfektionen im frühen Kindesalter.

Obwohl die Wissenschaft bereits einige Erkenntnisse über die Ursachen von Typ-1 Diabetes erlangen konnte, basieren weite Teile des heutigen Wissens lediglich auf Vermutungen. Auf dem Gebiet der Typ-1 Diabetes besteht daher noch viel Forschungsbedarf, um die Krankheit in Zukunft besser verstehen und behandeln zu können.

Wann tritt diese Form der Diabetes am häufigsten auf?

Die meisten Patienten erkranken im Kindes- bzw. Jugendalter an Diabetes Typ-1. Nichtsdestotrotz kann es passieren, dass die Krankheit erst beispielsweise kurz vor dem 40. Lebensjahr auftritt. Die Autoimmunreaktion auf diejenigen Zellen, die Insulin produzieren, erfolgt dabei nicht von heute auf morgen. Es handelt sich vielmehr um einen schleichenden Prozess, der sich erst im Laufe der Zeit entwickelt.

Wenn entsprechende Blutuntersuchungen durchgeführt werden, kann man die Entwicklung einer Typ-1 Diabetes allerdings bereits anhand entsprechender Antikörper erkennen, bevor die Krankheit selbst ausbricht.

Unterschied zwischen Diabetes Typ-1a und Typ-1b

Es gibt nicht nur eine Form der Typ-1 Diabetes, sondern zwei verschiedene Formen, die als Typ-1a und Typ-1b bezeichnet werden. Die Variante, die bisher in diesem Artikel beschrieben wurde und auch weiterhin wird, ist Typ-1a.

Diabetes Typ-1b wird dadurch charakterisiert, dass die Insulin-produzierenden Zellen zwar zerstört werden, jedoch nicht durch die Antikörper des Immunsystems. Über diese spezielle Form der Diabetes ist bislang wenig bekannt. Aus diesem Grund kennt man beispielsweise nicht die genauen Ursachen von Diabetes Typ-1b. Es handelt sich hierbei deshalb um eine idiopathische Erkrankung.

Unter welchen Symptomen leiden Patienten einer Typ-1 Diabetes?

Wenn eine Typ-1 Diabetes erst einmal ausgebrochen ist, leidet der Patient häufig unter folgenden Symptomen, die allerdings natürlich nicht alle zwangsläufig auftreten müssen:

  • Starker Durst
  • Starker Harndrang
  • Trockene, juckende Haut (teils Bildung von Ekzemen)
  • Müdigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Verlust von Körpergewicht
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Geruch von Aceton im Atem

Wie wird die Krankheit diagnostiziert?

Wenn mehrere der oben genannten Symptome bestehen, dann kann dies ein Hinweis darauf sein, dass der Patient unter einer Typ-1 Diabetes leidet. In solchen Fällen sollten genauere Untersuchungen vorgenommen werden, um die potentielle Krankheit zuverlässig diagnostizieren zu können.

Um erste Hinweise zu erhalten, reichen bereits Schnelltests aus, die man Zuhause mit Hilfe von Teststreifen und dem eigenen Urin durchführen kann. Im Zweifelsfall sollte man sich allerdings nicht auf solche Schnelltests verlassen.

Eine zuverlässige Diagnose kann nur ein Arzt stellen, indem er das Blut des Patienten im Hinblick auf die enthaltene Zuckerkonzentration untersucht. Als Grenzwerte haben sich dabei 200 mg/dl (11,1 mmol/l) zu einem beliebigen Zeitpunkt, 126 mg/dl (7,0 mmol/l) im nüchternen Zustand und ein Blutzucker-Langzeitwert (HbA1c) von 6,5% (48 mmol/mol) etabliert.

Die hier genannten Werte sind für den durchschnittlichen Patienten allerdings unerheblich, da es Aufgabe des Arztes ist, die Ergebnisse richtig zu interpretieren. Die Diagnose gilt erst als abgeschlossen, wenn das Ergebnis an einem weiteren Tag bestätigt werden kann.

Kommen bei der Diagnose Zweifel auf, kann man alternativ einen Blick auf die enthaltenen Antikörper im Blut werfen.

Wie wird Diabetes Typ-1 behandelt?

Das Leben mit Diabetes Typ-1 ist nicht einfach, da sich ab dem Zeitpunkt der Diagnose ein gewisser Teil des alltäglichen Lebens nach der Krankheit richtet. Insbesondere kurz nach der Diagnose muss der Patient zahlreiche Schulungen hinter sich bringen, die sich um Themen wie Ernährung, Insulin, die tägliche Kontrolle des Blutzuckerspiegels usw. drehen.

Hat sich der Patient erst einmal das nötige Wissen angeeignet, müssen dennoch in regelmäßigen Abständen Ärzte besucht werden, die die individuelle Behandlung analysieren und im Falle des Falles anpassen. Solche Termine können beispielsweise zudem dafür genutzt werden, um den Arzt mit Fragen zu löchern, die sich dem Patienten bis dahin gestellt haben.

Die richtige Behandlung von Diabetes ist deshalb so wichtig, da es ansonsten zu Schädigungen der Blutgefäße, der Nervenfasern und der Organe kommen kann. Der Blutzuckerspiegel sollte immer auf dem richtigen Niveau gehalten werden, um diese Schäden zu verhindern. Ein korrekt eingestellter Blutzuckerspiegel ist quasi das Hauptziel bei der Behandlung einer Typ-1 Diabetes.

Der Patient sollte sich bei der Behandlung von Diabetes Typ-1 nicht nur regelmäßig Insulin spritzen, sondern auch seine Lebensgewohnheiten möglichst an die Krankheit anpassen. Spezielle Lebensmittel sind zwar – wie man heute weiß – nicht tabu, jedoch sollte man wissen, wie viel Insulin man sich bei welcher Ernährung injizieren sollte.

Es macht beispielsweise einen Unterschied, ob man sich hauptsächlich von Süßigkeiten ernährt, die sofort in Form von Glucose an den Blutkreislauf weitergegeben werden, oder ob man sich eiweißreich in Form von Fleisch oder Milchprodukten ernährt. Im letzteren Fall wird natürlich kein bzw. kaum Zucker vom Blutkreislauf aufgenommen – ergo benötigt man weniger Insulin.

Sport gehört bei Typ-1 Diabetes zwar nicht zum Pflichtprogramm, jedoch empfiehlt sich ein moderates Training für die körperliche Fitness und das Selbstbewusstsein. Achten Sie jedoch bitte darauf, dass bei sportliche Aktivitäten zusätzliche Nahrung erforderlich ist. Auch die Menge an gespritztem Insulin muss gegebenenfalls angepasst werden.

Wo liegt der Unterschied zwischen Diabetes Typ-1 und Diabetes Typ-2?

Im Gegensatz zu Diabetes Typ-1 handelt es sich bei Diabetes Typ-2 um keine Autoimmunerkrankung, sondern um eine erworbene Insulinresistenz, die sich erst im Laufe der Zeit im Organismus manifestiert. Insulinresistenz bedeutet in diesem Fall, dass die körpereigenen Zellen nicht mehr auf das Insulin anspringen und der Zucker infolgedessen ebenfalls nicht mehr vom Blutkreislauf an die Körperzellen weitergegeben wird.

Diabetes Typ-1 tritt innerhalb der Bevölkerung deutlich seltener auf. Zum Vergleich: In Deutschland leiden rund 7 Millionen Menschen an Diabetes Typ-2. Das sind siebzehneinhalbmal mehr Erkrankte als bei Typ-1 Diabetes.

Mehr Informationen über Diabetes Typ-2 finden Sie in unserem Artikel über diese spezielle Form der Diabetes.