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Diabetes-Test: So erfolgt die Diagnose von Diabetes

Ein Diabetes-Test dient zur Erstdiagnose der Krankheit Diabetes mellitus. Dabei wird festgestellt, ob der Patient im nüchternen Zustand auffällig hohe Blutzuckerwerte aufweist, die auf eine Diabetes-Erkrankung schließen lassen.

Zur Verfügung stehen dabei zahlreiche Testmethoden, wobei sich der klassische Bluttest bewährt und als Standarddiagnoseverfahren etabliert hat. Kommen dabei keine eindeutigen Ergebnisse heraus, führt der Arzt zusätzlich einen Glukose-Toleranztest oder einen HbA1c-Test durch.

Ergänzende Methoden, die man selbst durchführen kann, sind Diabetes-Teststreifen für Zuhause und die Stechhilfe, die allerdings nicht so genau ist, wie der Diabetes-Test beim Arzt. Sie dient eher der alltäglichen Kontrolle des Blutzuckerspiegels.

Im Folgenden stellen wir Ihnen die gängigsten Methoden kurz vor und sprechen über den Einsatzzweck der jeweiligen Methode.

Klassischer Bluttest beim Arzt

Der Bluttest beim Arzt ist normalerweise die Standardmethode zur Feststellung einer Diabetes-Erkrankung.

Bei der Blutabnahme sollte man nüchtern erscheinen, damit der Wert der Nüchtern-Glukose zweifelsfrei festgestellt werden kann. Die Blutprobe wird entweder ins Labor geschickt, oder bereits in der Praxis analysiert- sofern ein entsprechendes Gerät zur Verfügung steht.

Kurze Zeit später erhält man bereits das Ergebnis.

Bei unklaren Ergebnissen: Glukose-Toleranztest

Sind die Ergebnisse des Bluttests – aus welchen Gründen auch immer – unklar, dann bittet der Arzt normalerweise zum sogenannten Glukose-Toleranztest. Bei diesem Test muss der Patient eine Zuckerlösung trinken, wobei der Arzt währenddessen kontrolliert, wie der Stoffwechsel mit dem zugeführten Zucker umgeht.

Langzeitwerte mittels HbA1c-Test

Mithilfe eines HbA1c-Tests kann der durchschnittliche Blutzuckerwert der vergangenen acht Wochen festgestellt werden. Hierbei handelt es sich um einen Langzeittest, der allerdings seine Tücken hat. Schließlich ergeben zu niedrige und zu hohe Blutzuckerwerte, die sich die Waage halten, einen optimalen Durchschnittswert.

Der HbA1c-Test sollte daher niemals als einziger Test durchgeführt werden. In Kombination mit anderen Methoden stellt er allerdings eine hilfreiche Ergänzung dar.

Mehr Informationen über den HbA1c-Test, der auch als Blutzuckergedächtnis bezeichnet wird, finden Sie auf der Seite über HbA1c-Test.

Teststreifen für Zuhause

Auf dem Markt gibt es zahlreiche Glukosetests für Zuhause. Hierbei handelt es sich um Teststreifen, die sich verfärben, wenn Zucker (Glukose) im Urin enthalten ist. Wenn man solche Teststreifen benutzt, sollte man akribisch genau darauf achten, dass man sich an die Bedienungsanleitung hält – ansonsten kann es zu einer Verfälschung der Ergebnisse kommen.

Solche Teststreifen können als erster Hinweis auf die Krankheit fungieren, sollten allerdings nicht unbedingt für bare Münze genommen werden. Nur ein echter Bluttest beim Arzt kann tatsächlich Aufschluss über das Vorhandensein eines Diabetes geben.

Diabetes-Test per Handmessgerät

Wurde der Diabetes einmal diagnostiziert, wird fortan ein kleines Handmessgerät zum täglichen Begleiter des Patienten. Mithilfe dieses Gerätes kann der aktuelle Blutzuckerspiegel jederzeit festgestellt werden – beispielsweise nach Mahlzeiten oder vor dem Sport.

Hierbei handelt es sich um ein Gerät, das in etwa so aussieht wie ein Kugelschreiber. Dieses beinhaltet eine Lanzette und einen Teststreifen. Per Knopfdruck fährt die Lanzette aus dem Handmessgerät heraus und entnimmt – vorzugsweise aus der Fingerkuppe – einen Tropfen Blut.

Dieser gelangt daraufhin auf einen Teststreifen. Das Ergebnis kann bereits wenige Sekunden später abgelesen werden. Mehr Infos über die Bedienung einer solchen Stechhilfe finden Sie im Artikel zum Thema Blutzucker messen.

Achtung: Dieses Gerät dient zur alltäglichen Kontrolle des Blutzuckerwertes. Es eignet sich nicht zur Erstdiagnose von Diabetes.

Geschichte des Diabetes-Tests

Der Begriff Diabetes mellitus kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt „honigsüßer Durchfluss“. Diese Bezeichnung macht durchaus Sinn, da der Körper bei einer bestehenden Diabetes-Erkrankung den überschüssigen Zucker aus dem Blut mithilfe des Urins ausscheidet. Der Urin schmeckt folglich süß.

Auf diesem Phänomen basierte übrigens auch die erste Methode zur Diagnose der Krankheit. Der Urin wurde ganz einfach probiert – wenn er süß schmeckte, ging man von einem Diabetes aus.

In Zeiten der modernen Medizin ist diese Methode natürlich überflüssig geworden – zumal sie alles andere als genau war.