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Diabetes-Symptome: So erkennen Sie einen Diabetes!

Ein Diabetes entwickelt sich in den meisten Fällen schleichend, sodass die Krankheit häufig nicht sofort erkannt wird. Noch dazu kommt, dass man sich bei den üblichen Symptomen oft gar keine Gedanken über eine mögliche Krankheit macht. Man erklärt diese meist mit anderen Ursachen.

Diagnostiziert wird der Diabetes häufig erst während Routineuntersuchungen beim Hausarzt oder beim richtigen Deuten der vorhandenen Symptome und einem anschließenden Test beim Arzt. Ein bereits in der Familie vorkommender Diabetes sollte gefährdete Personen hellhörig machen.

Die Diagnose von Diabetes Typ-1 fällt übrigens deutlich leichter, da die Symptome hier innerhalb weniger Wochen so gut wie gleichzeitig auftreten. Ein Diabetes Typ-2 hingegen schleicht sich langsam in das Leben des Patienten ein, weshalb er oft gar nicht bemerkt wird.

Im Folgenden möchten wir Ihnen die häufigsten Diabetes-Symptome einmal näher vorstellen. Dabei gehen wir zum einen auf die kurzfristigen Symptome, und zum anderen auf die langfristigen Diabetes-Symptome (= Spätfolgen) ein. 

Typische kurzfristige Diabetes-Symptome

Die häufigsten Symptome, die bei einem Diabetes auftreten, sind die folgenden:

  • Starker Harndrang (Polyurie)
    Aufgrund eines Mangels an Insulin bzw. aufgrund einer Insulinresistenz steigt der Blutzuckerspiegel des Diabetikers immer weiter an, wenn keine Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Das funktioniert natürlich nicht auf Dauer, da der Blutkreislauf nicht unendlich viel Zucker aufnehmen kann. Der Körper versucht deshalb überschüssigen Zucker über den Urin auszuscheiden – man muss also häufiger auf Toilette gehen.
  • Starker Durst
    Wer häufiger als normalerweise auf Toilette geht, der muss natürlich gleichzeitig mehr trinken, damit der Wasserhaushalt des Organismus auf einem normalen Niveau bleibt. Diabetiker kennen den Kreislauf aus ständigem Trinken und häufigen Toilettengängen.
  • Müdigkeit/Abgeschlagenheit
    Diabetes-Patienten sind in der Regel ständig müde und leistungsunfähig. Sie fühlen sich abgeschlagen und würden am liebsten den ganzen Tag über gar nichts tun. Dieser Wunsch ist dadurch zu erklären, dass die Körperzellen nicht mehr genügend Energie erhalten, da das körpereigene Insulin nicht mehr vorhanden ist bzw. nicht mehr aktiv ist.
  • Trockene/juckende Haut und Ekzeme
    Auch eine trockene bzw. juckende Haut kann mit dem Wassermangel erklärt werden, zu dem es durch die häufigen Toilettengänge kommt. Wird die Haut spröde, verliert der Körper seine natürliche Schutzbarriere, die ihn vor Umwelteinflüssen und Keimen schützt. Diese können infolgedessen einfacher in den Organismus eindringen.
  • Geschwächtes Immunsystem
    Der Diabetes zieht den Körper so sehr in Mitleidenschaft, dass das Immunsystem stark geschwächt wird. Viele der folgenden Symptome können durch das geschwächte Immunsystem erklärt werden.
  • Schlechte Wundheilung
    Die Wunden von Diabetikern heilen häufig nur sehr langsam ab. Dies ist zum einen durch das geschwächte Immunsystem zu erklären, zum anderen durch die ausgetrocknete Haut. Diese wird schlechter durchblutet, sodass Wunden gleichzeitig schlechter verheilen.
  • Erhöhte Infektionsgefahr
    Auch die erhöhte Infektionsgefahr kann mit dem geschwächten Immunsystem erklärt werden. Durch die kaputte Haut dringen Keime von außen ein und stoßen auf relativ wenig Gegenwehr. Diabetiker werden also häufiger krank.
  • Gewichtsveränderungen
    Diabetiker nehmen häufig einiges an Körpergewicht ab, da der Körper die aufgenommenen Kohlenhydrate nicht mehr zur Energiegewinnung heranziehen kann. Stattdessen bedient er sich an den Fettdepots des Körpers.
  • Sehstörungen
    Aufgrund der Schwankungen des Blutzuckerspiegels kann es passieren, dass die Linse des Auges gelegentlich aufquillt. Dadurch verändert sich die Sehkraft des Patienten für einige Stunden. Danach kehrt die Linse in ihren Normalzustand zurück und die Sehstörungen verschwinden.
  • Azetongeruch im Atem
    Der Azetongeruch kommt lediglich bei Diabetes Typ-1 vor. Der Geruch ist damit zu erklären, dass der Körper Fettzellen verwendet, um den Körper mit Energie zu versorgen. Die Verwendung von Kohlenhydraten fällt schließlich weg, da kein Insulin mehr für die Verwertung vorhanden ist.

Diabetes-Symptome sind alles andere als eindeutig

Anhand der oben genannten Symptome kann man normalerweise nicht direkt erkennen, um welche Art von Diabetes es sich handelt. Hierbei sollte man in sich horchen und sich Gedanken darüber machen, ob die Symptome alle innerhalb von kurzer Zeit zum Vorschein kamen, oder ob es sich um eine langsame und stetige Entwicklung gehandelt hat.

Diabetes Typ-2 entwickelt sich beispielsweise nur sehr langsam, wohingegen Diabetes Typ-1 meist innerhalb weniger Wochen voll ausgeprägt ist.

Symptome nicht herunterspielen

Viele Menschen sträuben sich davor, ihr Leben als Diabetiker verfristen zu müssen. Sie gehen deshalb – obwohl die Symptome gefährlich nach Diabetes aussehen – nicht zum Arzt. Dieses Verhalten schützt zwar vor einer endgültigen Diagnose, jedoch sollte man bei Diabetes bedenken, dass deutlich weniger Folgeschäden auftreten, wenn die Krankheit so früh wie möglich erkannt und korrekt behandelt wird.

Das Leben mit Diabetes ist nicht immer ganz leicht – dennoch sollte man bei Verdacht eine Stunde seiner Lebenszeit opfern, und einen entsprechenden Test beim Arzt durchführen lassen.

Langfristige Diabetes-Symptome bzw. Spätfolgen

Wenn ein Diabetes über einen längeren Zeitraum hinweg unbehandelt bleibt, dann kann es zu sogenannten Spätfolgen bzw. Folgeschäden kommen. Diese sind oft verheerend und sollten durch eine optimale Einstellung des Blutzuckerspiegels verhindert werden.

  • Schädigungen der Nerven
    Der dauerhaft erhöhte Blutzuckerspiegel führt oftmals zu Schädigungen des Nervensystems. Dies kann dazu führen, dass der Bewegungsapparat (Muskelkoordination) und die Schmerzempfindlichkeit in ihrer Funktion gestört werden. Herzinfarkte und bestimmte Schmerzreize werden von Diabetikern häufig nicht wahrgenommen.
  • Schädigungen der Blutgefäße
    Ähnlich sieht es bei den Blutgefäßen aus. Wenn Blutgefäße beschädigt werden, dann kann es zu zahlreichen Folgeerkrankungen kommen. Darunter zählen beispielsweise Netzhautschäden, Erektionsstörungen oder auch ein sogenannter diabetischer Fuß.
  • Depressionen
    Diabetiker leiden besonders häufig unter Depressionen. Zu diesem Thema haben wir einen eigenen Artikel verfasst, den Sie hier finden.