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Diabetes und Sport: Darauf sollten Sie unbedingt achten!

Diabetes und Sport: Darauf sollten Sie unbedingt achten!Sport hat nicht nur einen positiven Effekt auf gesunde Menschen, sondern auch auf Diabetiker. Während Patienten, die unter Diabetes Typ-1 leiden, nur indirekt von Sport profitieren, hat er auf Patienten, die unter Typ-2 Diabetes leiden, sehr große direkte und indirekte Effekte.

Die positiven Effekte von Sport halten übrigens über einen Zeitraum von circa 48 Stunden an, weshalb es sich empfiehlt, mehrmals pro Woche moderate Sessions einzulegen. Tendenziell sollte man beispielsweise eher jeden zweiten Tag Sport treiben, als die gesamte Aktivität auf das Wochenende zu fokussieren.

Die positiven Effekte von Sport auf Diabetiker

Der Grund: Bei Diabetes Typ-2 ist Bewegungsmangel – neben Übergewicht bzw. Fettleibigkeit (Adipositas) – ein Hauptgrund für die Ausbildung der Krankheit. Sportliche Aktivität führt allerdings zu einer Senkung des Blutzuckerspiegels und gleichzeitig zu einer verbesserten Insulinempfindlichkeit. Sport ist also genau die Medizin, die Patienten bei einem Diabetes Typ-2 benötigen.

Des Weiteren hilft Sport beim Abnehmen. Übergewicht ist – wie bereits erwähnt – ein wichtiger Aspekt bei der Entwicklung von Diabetes. Wenn man nun Sport treibt, verbraucht der Körper auf zweierlei Arten Energie: Zum einen bei der direkten Energieverbrennung direkt während des Sports, zum anderen steigert sich der Grundumsatz des Körpers, da durch den Sport Muskeln aufgebaut werden. Das bedeutet, dass der Körper im Ruhezustand mehr Kalorien als vor dem Muskelwachstum verbraucht.

Spricht der Patient gut auf die sportliche Aktivität an, dann kann es sogar sein, dass er weder Medikamente, noch eine Insulintherapie benötigt. Doch Achtung: Im Laufe des Lebens sinkt die Insulinempfindlichkeit des Organismus auf natürliche Weise ab. Dabei spielt es keine Rolle, ob man Diabetiker ist oder nicht. Man sollte den Diabetes mellitus deshalb niemals verdrängen, sondern immer unter Beobachtung halten.

Hat Sport auch bei Typ-1 Diabetes positive Effekte?

Während sich Sport bei Typ-2 Diabetes fast schon als alleinige Behandlungsmöglichkeit eignet, hat er bei Typ-1 Diabetes lediglich eine unterstützende Funktion.

Diabetes Typ-1 ist schließlich eine Autoimmunerkrankung, bei der die insulin-produzierenden Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse von körpereigenen Zellen zerstört werden. Infolgedessen befindet sich bei solchen Patienten gar kein Insulin mehr im Körper. Eine Verbesserung der Insulinempfindlichkeit durch Sport hätte also ohnehin keinen Effekt.

Dennoch ist sportliche Aktivität ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Die Bewegung hilft nämlich bei der Behandlung von möglichen Folgeerkrankungen, die zum Beispiel das Herz-Kreislauf-System betreffen. Außerdem fühlt man sich fitter, erhält mehr Selbstbewusstsein und neigt weniger zu Depressionen.

Gefahren von Sport bei Diabetikern

Diabetiker sollten beachten, dass sie bei sportlichen Aktivitäten entweder die Menge an zugeführten Medikamenten variieren, oder aber die Menge der zugeführten Kohlenhydrate anpassen.

Der Grund: Der Körper benötigt aufgrund der Muskelarbeit beim Sport mehr Energie als sonst. Es droht eine gefährliche Unterzuckerung, wenn dem Körper zu wenig Energie zur Verfügung steht. Hieran erkennt man übrigens ein weiteres Mal, dass das Wissen um den Stoffwechsel das A und O bei Diabetes darstellt.

Grundsätzlich sollten angehende Sportler deshalb vor und nach dem Sport ihre Blutzuckerwerte überprüfen und in der Sporteinheit nicht direkt übertreiben. Sie müssen ein Gefühl dafür entwickeln, wie sie ihre Insulin- bzw. Kohlenhydratzufuhr anpassen müssen.

Für den Notfall sollte man immer ein Päckchen Traubenzucker mit sich führen – für den Fall, dass man doch plötzlich unter einer Unterzuckerung leidet und erste Hilfe benötigt.

Vor dem Sport sollten Diabetiker eine gesunde Mischung aus einfachen und langkettigen Kohlenhydraten zu sich nehmen, um für alle Fälle gewappnet zu sein.

Übrigens: Sport führt im Körper zum sogenannten „Nachbrenneffekt“. Das bedeutet, dass der Körper auch nach der sportlichen Aktivität die Muskelzellen wieder mit Glukose – also mit Energie – füllt. Diese Energie entnimmt er aus dem Blutkreislauf. Es kann also auch einige Stunden nach der Einheit passieren, dass Sport zu einer Unterzuckerung führt. Anfänger sollten deshalb häufiger ihren Blutzuckerspiegel kontrollieren – insbesondere vor dem Schlafengehen, um nicht in der Nacht überrascht zu werden.

Welche Sportarten eignen sich für Diabetiker?

Der wichtigste Faktor bei der Auswahl der richtigen Sportart ist der Spaßfaktor. Wenn man an der ausgeübten Sportart keinen Spaß hat, dann wird man relativ schnell die Flinte ins Korn werfen und sich gar nicht mehr bewegen.

Zusätzlich sollte man darauf achten, dass man eine gesunde Mischung aus Ausdauersport und Krafttraining durchführt. Der Ausdauersport verbrennt viele Kalorien und ist gut für das Herz-Kreislauf-System, wohingegen Krafttraining das Wachstum von Muskeln fördert, die wiederum dauerhaft den Grundumsatz steigern.

Welche Blutzuckerwerte sind bei Sport ideal?

Der Blutzuckerspiegel sollte vor dem Sport leicht erhöht sein und etwa 150 bis 180 mg/dl betragen. Er sollte weder niedriger, noch höher sein. Bei Werten von über 250 mg/dl könnte beispielsweise ein absoluter Insulinmangel vorliegen, der auf eine Ketoazidose hinweisen könnte.

Kein Sport ohne vorherige Konsultierung eines Arztes!

Bevor Diabetiker sportlich aktiv werden, sollten sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, um abzuchecken, mit welcher Dauer und Intensität sie überhaupt Sport treiben dürfen. Auch kann der Arzt Empfehlungen aussprechen, welche Sportarten sich für den individuellen Patienten überhaupt eignen. Übergewichtige sollten beispielsweise eher schwimmen als joggen, um die Gelenke zu schonen.

Der Arzt fragt während der Untersuchung meist nach der bisherigen Krankheitsgeschichte, führt einen Belastungs-EKG durch und untersucht den Körper des Patienten. Es ist wichtig herauszufinden, ob dieser beispielsweise unter Gefäßverkalkungen leidet. Diese könnten bei Sport zu Problemen führen, wenn sie dabei nicht beachtet werden.

Bewegung im Alltag spielt ebenfalls eine Rolle

Sport ist zwar keine schlechte Sache, jedoch sollte man auch abseits der Sport-Sessions zusehen, dass man sich bewegt. Man sollte – wann immer es möglich ist – Sport in den Alltag einbauen, um einige Kalorien mehr zu verbrennen und die Insulinempfindlichkeit des Körpers zu fördern.

Man sollte beispielsweise – wann immer es sich anbietet – zu Fuß gehen, Treppen steigen und im Büro so oft es geht aufstehen.