Diabetes mellitus, im Volksmund Zuckerkrankheit genannt, ist ein Sammelbegriff für eine Vielzahl von Störungen im Stoffwechsel des menschlichen Körpers.
Diese Stoffwechselstörungen haben eine Gemeinsamkeit, eine chronische Hyperglykämie. Dabei ist der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht.
Es gibt drei bekannte Formen: Typ 1, Typ 2 und Schwangerschaftsdiabetes.

Autor: Thomas Graf.AMediziner, Diabetes-Experte. Betreiber Profil Zuletzt aktualisiert: 08.03.2020

Themenverzeichnis:

Unterschied von Typ 1 und Typ 2 Diabetes

Bei einem Typ 1 Diabetes liegt ein absoluter Insulinmangel vor. Bei dem Typ 2 Diabetes gibt es Insulin im Blut, aber die Körperzellen sind resistent dagegen und können es nicht mehr richtig verwerten. Die Folge ist in beiden Fällen ein zu hoher Blutzuckerspiegel.

Zahlen:

Von 100 Diabetikern sind etwa 95 von Diabetes Typ 2 betroffen. Dementsprechend seltener kommt der Diabetes Typ 1 vor. Dazu kommen noch Sonderformen der Diabetes, wie Schwangerschaftsdiabetes und genetisch bedingte Diabetes.

Viele Diabetes Typ 2 Patienten können, wenn durch Ernährung regelmäßigen Blutzuckerkontrollen, ein beschwerdefreies Leben führen. Somit können selbst Antidiabetika wie Metformin nicht länger nötig sein. Erkrankte des Typ 1 Diabetes müssen sich dagegen ein Leben lang regelmäßig Insulin spritzen.

Mögliche Begleit- oder Folgeerkrankungen:

Der Diabetes erhöht das Risiko weitere Erkrankungen. 

  • Durchblutungsstörungen (Arterienverkalkung/ Arteriosklerose)
  • Gefäßentzündungen
  • Gefäßverschluss (Embolie)
  • Gefäßverschluss (Embolie)
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie koronale Herzkrankheit oder Herzinfarkt
  • Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Verschluss der Arterien
  • spezielle osmotische Schädigungen der Organe, z.B. in der Linse im Auge
  • Venöse Verschlusskrankheiten

Wodurch entsteht Diabetes mellitus?

Die Ursachen des Diabetes Typ 1 und Typ 2 sind unterschiedlich.

Ursachen Typ 1:

  • Der Typ 1 betrifft auch Kinder und Jugendliche, deswegen wird hier von einer Autoimmunerkrankung ausgegangen.

Sie wird hervorgerufen, wenn die richtigen genetischen Faktoren auf eine Virusinfektion treffen. Die weißen Blutkörperchen der an Typ 1 erkrankten Diabetiker tragen spezielle Merkmale an ihren weißen Blutkörperchen. Allerdings erkranken nicht alle Menschen, deren weiße Blutkörperchen diese Merkmale tragen an Diabetes. Daher wird vermutet, dass es zusätzlich eine Virusinfektion, wie Röteln oder Mumps benötigt.

Es wird eine weitere Möglichkeit besprochen. Wenn eine entsprechende genetische Vorbelastung besteht, kann eine Autoimmunerkrankung wahrscheinlich auch von chemischen oder giftigen Stoffen ausgelöst werden. Im Rahmen der Autoimmunerkrankung greifen Antikörper das Gewebe des eignen Körpers an. Dabei verschonen die Antikörper nicht die Inselzellen. Inselzellen produzieren Insulin und befinden sich in der Bauchspeicheldrüse. Diese für den Zuckerstoffwechsel wichtige Zellen werden dadurch nach und nach vernichtet. Sind alle Zellen zerstört, entsteht der absolute Insulinmangel des Diabetes Typ 1.

Zusammenfassung Ursachen Diabetes mellitus Typ 1:
  • Autoimmunerkrankungen
  • Ernährungsgewohnheiten
  • eine Virusinfektion im Kleinkindalter, besonders wenn die Atemwege betroffen sind
  • möglicherweise die Ernährung eines Babys mit Kuhmilch und Gluten (wird noch erforscht)

Ursachen Typ 2:

  • Diabetes Typ 2 kann sehr viele unterschiedliche Auslöser haben.

Die Insulinbildung in der Bauchspeicheldrüse ist gestört. Es wird Insulin produziert, aber die Zellen sind nicht mehr in der Lage es richtig zu nutzen. Steigt der Blutzuckerspiegel im Rahmen der Nahrungsaufnahme an, kann der Körper nicht genug Insulin ausschütten und verwerten. Die Folge ist, der Blutzuckerspiegel ist und bleibt zu hoch.

Bei Typ 2 besteht eine Insulinresistenz. Insulin sollte die Glukose im Blut verarbeiten. Oft wird zu viel Nahrung aufgenommen, dadurch ist die Glukosekonzentration im Blut dauerhaft hoch. Entsprechend steigt der Insulinspiegel im Blut und die Insulinrezeptoren an den Körperzellen werden weniger. Ergebnis ist somit eine gesunkene Empfindsamkeit.

Bei Diabetes Typ 2 bildet die Bauspeicheldrüse zwar noch Insulin, aber die Menge reicht nicht mehr aus, um den Blutzuckerspiegel erfolgreich abzusenken. Typ 2 Diabetes kann eine Folge ungesunder Ernährung sein, die betroffenen sind oft übergewichtig. Es kann auch aufgrund einer erblichen Veranlagung entstehen.

Sonderformen des Diabetes mellitus treten in Folge einer geschädigten Bauchspeicheldrüse oder im Rahmen einer Schwangerschaft auf.

Zusammenfassung Ursachen Diabetes mellitus Typ 2:
  • Bewegungsmangel
  • Fettleibigkeit (Adipositas)
  • gestörte Insulinausschüttung
  • gestörte Produktion bestimmter Darmhormone
  • bestimmte medikamentöse Behandlungen
  • Metabolisches Syndrom (eine Störung im Stoffwechsel im Zusammenhang mit Adipositas und Hypertonie)
  • Überempfindlichkeit gegen Insulin

Symptome einer Diabetes Erkrankung

Zusammenfassung der Symptome zum Diabetes mellitus:
  • Erektionsstörungen
  • Gewichtsveränderungen
  • Heißhunger
  • Juckreiz
  • Mattigkeit
  • starkes Durstgefühl
  • Sehstörungen
  • trockene Haut
  • vermehrtes Wasserlassen
  • schlechte Wundheilung
  • Zuerst zeigt Diabetes keine Symptome, dann treten die Symptome langsam auf, sind aber eher ungenau.

Mit dem Fortschreiten der Krankheit verdeutlichen sich die Symptome und die Patienten empfinden starken Durst, fühlen sich schwach und matt und müssen häufig Wasser lassen. Dazu können Symptome, wie Heißhunger, Juckreiz, viele Infekte und Sehstörungen kommen. Natürlich müssen nicht alle Symptome bei einem Betroffenen auftreten. In vielen Fällen wird die Diagnose im Rahmen einer Routineuntersuchung gestellt.

Auch beim Diabetes Typ 1 treten die Symptome oft erst nach einigen Monaten auf, dann aber meistens mit Wucht. Da sich beim Typ 1 Diabetes gar kein Insulin mehr im Blutkreislauf befindet, können die Zuckerwerte so hoch liegen, dass ein lebensbedrohliches diabetisches Koma droht. Vorboten des Komas sind eine Bewusstlosigkeit und ein Atem, der nach Aceton riecht. Aceton kennen viele als Lösungsmittel oder Nagellackentferner. Es riecht ähnlich wie überreifes Obst.

Symptome bei Typ 1 Diabetes?

Etwa fünf Prozent der Diabetiker haben den Typ 1 Diabetes. Die Betroffen können ein normales Gewicht haben, oder sogar zu schlank sein. Das körpereigene Abwehrsystem hat die Zellen zerstört, die für die Produktion des Insulins zuständig waren. 

Bekannte Symptome bei Diabetes mellitus Typ 1:
  • vermehrter Harndrang
  • ständige Müdigkeit
  • schneller Gewichtsverlust
  • ein Schwächegefühl
  • trockene Haut
  • Juckreiz

Symptome bei Diabetes Typ 2:

Die meisten Betroffenen leiden unter Diabetes Typ 2. Meist sind die Patienten jenseits der 40. Die Ursache ist eine Resistenz, es wird zwar noch Insulin produziert, der Körper kann es allerdings nicht mehr optimal nutzen.

Bekannte Symptome bei Diabetes mellitus Typ 2:
  • Bluthochdruck
  • verstärktes Durstgefühl
  • die Fruchtwassermenge ändert sich
  • starke Gewichtszunahme
  • Harnwegsentzündungen
  • Nierenentzündungen

Symptome bei Schwangerschaftsdiabetes:

Die Schwangerschaftsdiabetes, kurz GDM ist eine Glukosetoleranzstörung bei Frauen während der Schwangerschaft. Nach der Geburt reguliert sich in den meisten Fällen der Zuckerstoffwechsel wieder. Manchmal bleibt der Diabetes erhalten.

Bekannte Symptome bei Schwangerschaftsdiabetes:
  • Bluthochdruck
  • stark erhöhtes Durstgefühl
  • eine Veränderung der Fruchtwassermenge
  • hohe Gewichtszunahme
  • Entzündungen der Nieren und Harnwege

Unter welcher Diabetesform leide ich?

Um genau zu identifizieren, welche Form des Diabetes vorliegt, ist eine medizinische Untersuchung nötig. Die Anzeichen erscheinen beim Typ 1 schon nach wenigen Wochen. Wohingegen sich der Typ 2 Diabetes über Jahre entwickeln kann.

Die Therapieformen des Diabetes:
  • 40 Prozent der Patienten bekommen orale Antidiabetika, zum Teil mit einer Diät
  • 25 Prozent der Patienten halten sich nicht an ihre Diät
  • 15 Prozent der Patienten erhalten eine Diät
  • 15 Prozent der Patienten müssen eine Insulintherapie beginnen

Die Therapie soll dem Patienten ein beschwerdefreies Leben ermöglichen und Folgeschäden entgegenwirken. Um erfolgreich zu sein, muss der Blutzucker stetig kontrolliert werden und optimal eingestellt werden.

Patienten mit einem Typ 1 Diabetes, deren Bauchspeicheldrüse extrem wenig bis gar kein Insulin produzieren, müssen ihrem Körper das Insulin mit Hilfe von Spritzen zuführen. In den Spritzen befindet sich dann Normalinsulin oder sogenannte Insulinanaloga.

Orale Antidiabetika sind nur zur Behandlung des Diabetes Typ 2 geeignet. Antidiabetika wie Metformin regen die Arbeit der Inselzellen an. Durch diese Anregung wird die Menge des ausgeschütteten Insulins bei gleicher Anzahl Inselzellen erhöht. Diese Inselzellen arbeiten beim Typ 1 Diabetes nicht mehr, daher wirkt das Medikament nicht.

Typ 2 Diabetiker haben weitere Behandlungsansätze. Sind die Betroffenen übergewichtig, kann hier mit einer Ernährungsumstellung und einer Gewichtsreduktion viel erreichen. Auch bei einer solchen Therapie ist das Überwachen der Blutzuckerwerte wichtig. Wenn ein Typ 2 Diabetiker eine zu erschöpfte Bauchspeicheldrüse hat, so dass eine Therapie mit Ernährungsumstellung, einer Gewichtsabnahme oder oralen Medikamenten nicht ausreicht, muss auch hier zum Insulin gegriffen werden.

Quellen:

  1. Ihre Gesundheit – Diabetes – Im Detail – Lilly Deutschland GmbH – lilly-pharma.de
  2. Diabetes-Informationsportal – diabetesinformationsdienst.de
  3. Diabetes: Symptoms, Causes, Treatment, Prevention, and More – healthline.com
  4. Diabetes mellitus – Wikipedia
  5. Diabetes Mellitus: An Overview – Cleveland Clinic

Autor: Thomas Graf. Selbständiger Mediziner. Experte im Fachgebiet Diabetes.