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Diabetes-Medikamente: Metformin führt das Feld an

Die moderne Medizin hat mittlerweile zahlreiche Diabetes-Medikamente – sogenannte Antidiabetika – entwickelt, um die Stoffwechselerkrankung in den Griff zu bekommen. Bewährt hat sich dabei vor allem das Medikament Metformin, welches heutzutage eines der wichtigsten Diabetes-Medikamente darstellt.

Metformin ist mit Abstand das am häufigsten verschriebene Antidiabetikum, welches gleichzeitig auch das erste Mittel gegen Diabetes überhaupt war. Ärzte und Diabetologen konnten also bereits mehrere Jahrzehnte lang Erfahrungen mit diesem Arzneimittel sammeln.

Doch warum ist Metformin überhaupt so beliebt? Ganz einfach: Es ist relativ günstig, bekämpft Diabetes äußerst effektiv und ist dabei noch recht ungefährlich, wie Sie im Laufe dieses Artikels noch im Detail erfahren werden. Es gibt zahlreiche Gründe warum Metformin das Feld anführt und viele zufriedene Patienten bedient.

Das Medikament senkt mithilfe mehrerer Mechanismen den Blutzuckerspiegel und sorgt für eine bessere Verwertung von Zucker.

Bei Metformin handelt es sich um ein verschreibungspflichtiges Medikament, welches hauptsächlich bei Diabetes Typ-2, bei leichtem Übergewicht und bei krankhafter Fettleibigkeit (Adipositas) verschrieben wird.

Wirkmechanismen von Metformin

Grundsätzlich wirkt Metformin auf dreierlei Arten, wobei die Quintessenz dabei lautet, dass der Blutzuckerspiegel gesenkt und der Zucker aus der Nahrung besser verwertet wird:

  • Es verhindert die Neubildung von Glukose in der Leber. Auf diese Weise steigt der Blutzuckerspiegel nicht immer weiter an.
  • Es hebt die Insulinresistenz der Körperzellen teilweise auf – hauptsächlich in den Muskelzellen. Diese reagieren infolgedessen empfindlicher auf Insulin und nehmen mehr Zucker aus dem Blut auf.
  • Es verzögert die Aufnahme von Kohlenhydraten aus der Nahrung ins Blut.

Wie wird Metformin angewendet?

Manche Ärzte sind der Meinung, dass Typ-2 Diabetiker Metformin ab dem Zeitpunkt der Diagnose an einnehmen sollten, da das Medikament relativ ungefährlich ist. Andere Ärzte empfehlen die Einnahme erst dann, wenn Sport und Gewichtsverlust keine positiven Auswirkungen auf die Krankheit hatten.

Grundsätzlich kann Metformin mit anderen Diabetes-Medikamenten und mit der Einnahme von Insulin kombiniert werden.

Das Risiko für diabetes-bedingte Komplikationen wird durch die Einnahme von Metformin gesenkt. Außerdem kommt es zu keinem erhöhten Risiko für Unterzuckerungen.

Wie wird das Medikament eingenommen?

Wenn man sich dazu entscheidet, Metformin einzunehmen, dann startet man normalerweise mit der geringsten Dosis, was 500 mg entspricht. Danach kann die Dosis unter Beobachtung langsam gesteigert werden. Die nächsten Zwischenschritte lauten dabei 850 und 1000 mg, wobei 1000 mg die höchste Dosierung darstellt.

Metformin sollte immer nach dem Essen eingenommen werden. Das Antidiabetikum gibt es sowohl als Tablette als auch als trinkbare Lösung. Metformin wird immer oral eingenommen. Entscheidet man sich für Metformin in Tablettenform, dann sollte man diese mit einem Schluck Flüssigkeit einnehmen.

Weitere positive Effekte

Metformin senkt nicht nur den Blutzuckerspiegel, sondern dämpft auch das Hungergefühl und verbessert die Leistung des Fettstoffwechsels. Beide Effekte führen logischerweise zu einer effektiveren Gewichtsabnahme.

Des Weiteren soll das Antidiabetikum das Krebsrisiko für solche Krebsarten reduzieren, die durch Diabetes Typ-2 gefördert werden. Auch das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle soll durch Metformin gesenkt werden.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

metforminDie häufigsten Nebenwirkungen bei der Einnahme von Metformin sind Magen-Darm-Beschwerden, die sich in Form von Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall äußern.

Außerdem kann es passieren, dass es zu einer leichten Veränderung der Geschmacksnerven kommt. Einige Patienten berichten beispielsweise von einem metallisch-bitterem Geschmack im Mund.

Auch Appetitlosigkeit wird oft als Nebenwirkung angeführt, wobei eine Dämpfung des Hungergefühls normalerweise erwünscht ist und als positiver Nebeneffekt gilt.

In seltenen Fällen kann es zu einer sogenannten Laktatazidose kommen, nämlich dann, wenn Metformin überdosiert wurde. Hierbei handelt es sich um eine Überbelastung der Nieren, die den Säure-Base-Haushalt des Körpers aus dem Gleichgewicht bringt. In solchen Fällen sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen. Eine Laktatazidose äußert sich in Form von Erbrechen, Übelkeit, Krämpfen und Muskelschmerzen. Problematisch ist hierbei die Deckungsgleichheit der Nebenwirkungen von Metformin selbst und der Laktatazidose.

Gegenanzeigen: Wann sollte man auf Metformin verzichten?

Man sollte auf die Einnahme von Metformin verzichten, wenn man unter einer eingeschränkten Nierenfunktion leidet. Das Risiko einer Übersäuerung des Blutes mit Milchsäure ist in solchen Fällen zu hoch.

Außerdem sollte man verzichten, wenn man unter einer schweren Infektion, einer schweren Lebererkrankung, einer Herzschwäche oder einer Beeinträchtigung der Lungenfunktion leidet.

Auch Schwangere und stillende Mütter dürfen ihren Diabetes nicht mit Metformin behandeln.

Alkohol steigert das Risiko für eine Laktatazidose, weshalb Alkoholiker ebenfalls auf das Antidiabetikum verzichten müssen.

Das Medikament sollte außerdem vor Operationen und bei Diäten abgesetzt werden, bei denen pro Tag maximal 1000 Kilokalorien aufgenommen werden. Vor, während und nach der Gabe von Röntgenkontrastmitteln sollte man ebenfalls auf Metformin verzichten.

Welche Wechselwirkungen können auftreten?

Es gibt zahlreiche Medikamente, die die Wirkung von Metformin sowohl positiv als auch negativ beeinflussen können. Dazu gehören harntreibende Mittel, manche Medikamente gegen Asthma, Kortison, bestimmte Blutdrucksenker (ACE-Hemmer) und alkoholhaltige Medikamente (siehe oben).

Kann Metformin auch bei Diabetes Typ-1 eingesetzt werden?

Achtung: Metformin ist für Diabetes Typ-1 nicht offiziell zugelassen. Zwar sind einige Ärzte der Einnahme von Metformin bei Typ-1 Diabetikern nicht abgeneigt, jedoch sollte man lieber die Finger davon lassen.

Metformin sollte nur von Patienten genutzt werden, die definitiv unter Diabetes Typ-2 leiden.

Sie haben Fragen in Bezug auf Diabetes-Medikamente?

Wenn Sie weitere Fragen zum Thema Diabetes-Medikamente oder speziell zu Metformin haben, dann sollten Sie einen Blick auf den Beipackzettel werfen oder einen Arzt oder Apotheker um Rat bitten.