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Diabetes-Hautpflege: So pflegen Sie Ihre Haut richtig!

Diabetes-Hautpflege: So pflegen Sie Ihre Haut richtig!Eines der meistverbreiteten Symptome, unter denen Diabetiker leiden, ist eine trockene und juckende Haut, die zu einer starken Schuppung neigen kann. Diese Hautprobleme führen dazu, dass diese anfällig für Verletzungen ist und diese Verletzungen nur sehr langsam verheilen. Die richtige Diabetes-Hautpflege ist aus diesem Grund essenziell.

Verletzungen sind ein großes Problem, da die Haut die wichtigste Schutzbarriere zwischen dem Körperinneren und der Umwelt darstellt, in der es von Bakterien, Pilzen und Viren nur so wimmelt. Hautverletzungen bedeuten deshalb automatisch ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Wir zeigen Ihnen in diesem Artikel, worauf Sie bei der Diabetes-Hautpflege besonders achten sollten, was Sie vermeiden sollten und wie Sie im Sommer und im Winter mit diesem speziellen Symptom der Stoffwechselerkrankung umgehen.

Trockene Haut kann ein erstes Symptom darstellen

Es stellt sich die Frage, wieso trockene Haut ein Anzeichen eines sich entwickelnden Diabetes sein kann. Wenn man tiefer in die Materie eintaucht, wird der Zusammenhang relativ schnell deutlich: Der Organismus scheidet den überschüssigen Zucker im Blut über den Urin aus. Dabei verwendet er logischerweise mehr Flüssigkeit für die Ausscheidung, als es bei einem gesunden Menschen normalerweise der Fall wäre. Diabetiker leiden deshalb oft unter einem starken Durstgefühl und müssen häufig auf Toilette gehen.

Das fehlende Wasser im Körper wirkt sich negativ auf das Hautbild aus, da die Haut eigentlich immer einen gewissen Grad an Feuchtigkeit aufweisen sollte. Infolgedessen trocknet sie aus, wird brüchig, schuppt und juckt.

Beachten Sie bitte, dass eine trockene Haut nicht zwangsläufig mit Diabetes zusammenhängen muss. Krankheiten wie Neurodermitis oder auch die Heizungsluft im Winter führen zu ähnlichen Symptomen – auch bei Nicht-Diabetikern.

Weitere Auswirkungen von Diabetes auf das Hautbild

Eine brüchige und trockene Haut führt außerdem dazu, dass Keime leichtes Spiel haben und einfacher in den Organismus eindringen können. Das durch den Diabetes geschwächte Immunsystem verstärkt diese Infektionsgefahr natürlich noch.

Des Weiteren führt ein Diabetes zu verengten Blutgefäßen im gesamten Körper. Auch die Blutgefäße, die sich in bzw. unmittelbar unter der Hautoberfläche befinden, sind verengt. Dies führt zu einer schlechteren Durchblutung der Haut.

Auch die Schweiß- und Talgdrüsen funktionieren bei Diabetikern nicht mehr ordnungsgemäß. Das liegt meist daran, dass die Nervenbahnen, die für die Steuerung dieser Drüsen zuständig sind, bereits durch den Diabetes geschädigt wurden. Die Schweiß- und Talgdrüsen erhalten also keine Anweisungen mehr vom Gehirn und produzieren nicht mehr so viel Schweiß und Talg. Der Schutzfilm der Haut wird dadurch erheblich geschwächt.

Ein weiterer Faktor, der bei der Diabetes-Hautpflege beachtet werden sollte, ist die weniger starke Verhornung der Haut, unter der Diabetiker leiden. Verantwortlich dafür ist das fehlende Insulin, welches nicht nur für die Regulierung des Stoffwechsels wichtig ist, sondern auch einen Wachstumsfaktor darstellt. Der Mangel an Insulin führt also zu einem mangelnden Wachstum der Hornhaut.

All diese Symptome führen dazu, dass die Schutzfunktion der Haut bei Diabetikern zu einem großen Teil aufgehoben wird. Die richtige Hautpflege ist deshalb unumgänglich, damit der Schutz – zumindest teilweise – wiederhergestellt werden kann. Wie das geht, erfahren Sie im folgenden Abschnitt dieses Artikels.

Die richtige Diabetes-Hautpflege

Bei Problemen sollte man sich nicht nur den Symptomen widmen, sondern das ursächliche Problem bei der Wurzel packen. Die optimale Diabetes-Hautpflege besteht deshalb aus einer Optimierung des Blutzuckerspiegels. Wenn der Diabetes korrekt behandelt wird, dann werden dessen Symptome gleichzeitig deutlich abgeschwächt.

Nichtsdestotrotz sollte man nicht nur den Blutzuckerspiegel optimieren, sondern auch andere Tipps beherzigen, die sich positiv auf das Hautbild auswirken:

  • Hautfreundliches Duschen
    Heißes und ausgiebiges Duschen trocknet die Haut aus und führt zu einer Abschwächung des natürlichen Säureschutzmantels. Optimal sind kurze und lauwarme Duschen. Dabei sollte man pH-neutrale Seifen verwenden, damit der Säureschutzfilm der Haut nicht zusätzlich beeinträchtigt wird. Im Idealfall enthalten die Seifen rückfettende, schützende Substanzen (beispielsweise Harnstoff bzw. Urea).
  • Gründliches Abtrocknen
    Wenn man sich nach dem Duschen nicht gründlich abtrocknet, bietet man Bakterien und Pilzen einen idealen Nährboden, um sich fortzupflanzen. Insbesondere im Achselbereich oder auch zwischen den Zehen entstehen wahre Wohlfühlzentren für Keime. Wenn man sich allerdings gründlich abtrocknet, verhindert man eine Ansiedlung von Bakterien und Pilzen – Infektionen bleiben größtenteils aus.
  • Die richtige Lotion nach dem Duschen
    Nach dem Duschen und Abtrocknen sollte man das Badezimmer noch nicht direkt verlassen, sondern sich vorher gründlich mit einer Hautcreme oder einer Lotion einreiben. Die Hautcreme sollte verträglich sein und die Haut über mehrere Stunden hinweg feucht halten. Die beste Anlaufstelle für eine solche Lotion ist die Apotheke. Auf parfümierte Cremes aus dem Supermarkt sollte man verzichten – der Nutzen steht hier über dem Geruch.
  • Häufiges Händewaschen
    Diabetiker sollten ihre Hände häufig waschen, da diese sehr oft mit Bakterien in Berührung kommen. Wie wir bereits wissen, dringen Keime bei Diabetikern leichter ins Körperinnere ein. Nach dem Händewaschen sollte man allerdings nicht vergessen, die Hände mit einer rückfettenden Creme zu behandeln.

Auf das Wetter im Sommer und Winter reagieren

Diabetiker sollten im Sommer eine Sonnencreme verwenden, da ihre Haut besonders empfindlich auf UV-Strahlung reagiert. Die Creme sollte mindestens 30 Minuten vor dem Verlassen der Wohnung aufgetragen werden.

Des Weiteren sollte man Badeschuhe verwenden, wenn man sich an Orten aufhält, wo viele Menschen Barfuß herumlaufen (Beispiele: Schwimmbad und Sauna). Badeschuhe bieten einen gewissen Schutz vor Infektionen, da sie eine mechanische Barriere zwischen den Füßen und dem Boden darstellen. Wer bereits geschädigte Füße durch den Diabetes hat, der sollte komplett darauf verzichten, barfuß herumzulaufen.

Im Winter wird die Haut zusätzlich durch Heizungsluft und kalte Luft von draußen austrocknet. Selbst Nicht-Diabetiker leiden zu dieser Jahreszeit häufig unter Symptomen, unter denen Diabetes-Patienten das ganze Jahr über leiden. Im Winter ist die Verwendung von Cremes daher noch wichtiger. Außerdem sollte man mehrmals täglich lüften, damit die trockene Heizungsluft entweichen kann.

Sie sehen, dass die richtige Diabetes-Hautpflege von der jeweiligen Jahreszeit abhängt.