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Behandlung von Diabetes: Das sind die wichtigsten Schritte!

Die Behandlung von Diabetes mellitus verfolgt grundsätzlich zwei Ziele: Die optimale Einstellung des Blutzuckerspiegels, um Folgekrankheiten bestmöglich zu verhindern, und das Erreichen der bestmöglichen Lebensqualität für den Patienten.

Zu einer umfassenden Therapie gehört weiterhin die Behandlung von bereits bestehenden Folgeerkrankungen, die sich erst im Laufe des Diabetes entwickelt haben.

Grundsätzlich gibt es keine pauschale Einheitsbehandlung bei Diabetes, da jeder Fall individuell geprüft und bewertet werden muss. Schließlich gibt es verschiedene Arten von Diabetes, die unterschiedlich behandelt werden müssen. Hinzu kommen weitere Faktoren, wie das Alter des Patienten, bestehende Erkrankungen, das Körpergewicht und die sonstigen Lebensumstände.

Im folgenden Artikel gehen wir zuerst auf die drei meistverbreiteten Arten von Diabetes ein und stellen Ihnen danach die vier typischen Schritte einer erfolgreichen Diabetes-Behandlung vor.

diabetes-behandlung

Diabetes Typ-1: Ersetzung des fehlenden Insulins

Bei Diabetes Typ-1 zerstören körpereigene Immunzellen die Teile der Bauchspeicheldrüse, die für die Produktion von Insulin zuständig sind. Die Folge: Das Hormon Insulin fehlt vollständig im Organismus.

Das vollständige Fehlen des Insulins schränkt die Behandlungsmöglichkeiten von Diabetes Typ-1 massiv ein. Die einzige Lösung ist die künstliche Gabe von Insulin, um das Fehlen der körpereigenen Hormone auszugleichen.

Eine ausgewogene Ernährung und ein moderates Sportprogramm haben zwar grundsätzlich keinen Nutzen für den Diabetes selbst, allerdings steigern sie das Selbstbewusstsein des Patienten und helfen damit, besser mit der Krankheit zurechtzukommen. Außerdem verbessert eine Lebensumstellung die allgemeine Gesundheit.

Diabetes Typ-2: Lebensumstellung hilft oft weiter

Bei Diabetes Typ-2 befindet sich zwar noch Insulin im Körper, die Zellen reagieren nur nicht mehr richtig darauf. Der Grund dafür ist eine Insulinresistenz. Eine Lebensumstellung und Medikamente können dabei helfen, die Insulinempfindlichkeit wieder zu erhöhen.

Die Behandlung von Diabetes Typ-2 erfolgt häufig gänzlich ohne Medikamente oder Insulintherapien. Die Änderung des Lebensstils reicht in vielen Fällen (vorerst) aus.

Schwangerschaftsdiabetes: Die temporäre Form des Diabetes

Frauen, die unter Schwangerschaftsdiabetes leiden, sollten ihre Ernährung in eine gesündere Richtung anpassen. Zeigt die Ernährungsumstellung nicht die gewünschte Wirkung, sollte eine Insulintherapie erfolgen.

Schritt 1: Basistherapie (Ernährung, Sport, Gewichtsreduktion)

sportDie Basistherapie eignet sich hauptsächlich für die Behandlung von Diabetes Typ-2, jedoch können auch Typ-1-Diabetiker davon profitieren, da die Basistherapie die Lebensqualität deutlich erhöht.

Dazu gehört eine gesunde, ausgewogene Ernährung, eine Gewichtsreduktion in Richtung Normalgewicht und ein moderates Sportprogramm.

Das Wissen hierfür kann man sich in Form von speziellen Diabetes-Schulungen aneignen. Bei solchen Schulungen wird häufig auch auf weitere wichtige Themengebiete hingewiesen, wie beispielsweise die gefährliche Unterzuckerung.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Hauptziel der Basistherapie die Verbesserung des diabetischen Stoffwechsels ist. Bei vielen Patienten reicht diese Form der Therapie bereits aus.

Schritt 2: Orale Antidiabetika

metformin1000Orale Antidiabetika eignen sich nur für Patienten, die unter einem Diabetes Typ-2 leiden. Bei Diabetes Typ-1 machen sie – im Gegensatz zur Basistherapie – gar keinen Sinn, da sich kein körpereigenes Insulin mehr im Körper des Patienten befindet.

Orale Antidiabetika verfolgen grundsätzlich zwei Ziele: Die Senkung des Blutzuckerspiegels und die Verbesserung der Wirkung des verbliebenen körpereigenen Insulins.

Ein Beispiel für ein solches Medikament ist Metformin.

Schritt 3: GLP-1 unterstützte Therapie

Bei GLP-1 handelt es sich um ein Hormon, das bei der Nahrungszufuhr freigesetzt wird. Bei Diabetes Typ-2 wird häufig nicht genügend GLP-1 produziert, weshalb die künstliche Gabe des Hormons in solchen Fällen Sinn machen kann.

Doch was passiert bei der Ausschüttung von GLP-1 überhaupt im Körper? GLP-1 teilt der Bauchspeicheldrüse mit, wie viel Insulin beim Essen freigesetzt werden muss, es schränkt die Ausschüttung von Glukose in der Leber ein, es sorgt für eine langsamere Aufnahme der Nahrung und reduziert den Appetit.

Schritt 4: Insulintherapie

insulintherapieEine Insulintherapie ist grundsätzlich immer bei Diabetes Typ-1 notwendig und sollte bei Diabetes Typ-2 nur dann eingesetzt werden, wenn die ersten drei hier genannten Maßnahmen nicht anschlagen.

Das künstliche Insulin ersetzt bzw. unterstützt das körpereigene Insulin und sorgt dafür, dass die im Blut enthaltene Glukose an die einzelnen Zellen des Körpers übergeben wird. Das künstliche Insulin sorgt also dafür, dass der Kohlenhydrat-Stoffwechsel wieder ordnungsgemäß funktioniert.

Man unterscheidet vier Arten der Insulintherapie:

  • Basal unterstützte orale Therapie (BOT)
    Morgens oder abends spritzt sich der Patient ein langwirkendes Insulin zusätzlich zur Einnahme eines oralen Antidiabetikums. Eignet sich vor allem für solche Patienten, deren morgendliche Nüchternwerte zu hoch sind.
  • Konventionelle Insulintherapie (CT)
    Morgens und abends spritzt sich der Patient eine Mischung aus kurz und lang wirkendem Insulin. Eignet sich vor allem für Diabetiker mit einem routinierten Tagesablauf.
  • Supplementäre Insulintherapie (SIT)
    Jeweils zu den Hauptmahlzeiten spritzt sich der Patient kurz wirkendes Insulin. Eignet sich für Patienten, die nach dem Essen grundsätzlich zu hohe Werte aufweisen. Zusätzlich kann ein orales Antidiabetikum eingenommen werden.
  • Intensivierte konventionelle Immuntherapie (ICT)
    Ein- bis zweimal täglich wird ein lang wirkendes Insulin gespritzt. Zusätzlich wird nach jeder Mahlzeit ein kurz wirkendes Insulin zugeführt. Eignet sich vor allem bei einem unregelmäßigen Tagesablauf und variierenden Mahlzeiten.

Regelmäßige Untersuchungen

Wer einmal an einer bestimmten Form des Diabetes erkrankt ist, der sollte sich regelmäßig hinsichtlich seines Blutzuckerspiegels untersuchen lassen. Selbst wenn die Lebensumstellung dazu geführt hat, dass der Diabetes keine Probleme mehr macht, kann es passieren, dass die Krankheit früher oder später wieder präsent ist.

Die Erklärung: Je älter wir werden, desto unempfindlicher werden wir gegenüber Insulin. Das heißt also, dass ein sportlicher, gesunder Lebensstil in den Zwanzigern dazu führen kann, dass man keine Medikamente einnehmen und kein Insulin spritzen muss, in den Vierzigern jedoch nicht mehr den gewünschten Effekt erzielt.