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Blutzucker messen: Anleitung zur Stechhilfe & Alternativen

Das grundsätzliche Ziel einer Diabetes-Behandlung ist die optimale Einstellung des Blutzuckerspiegels. Nur durch regelmäßiges Blutzucker messen kann die optimale Einstellung tatsächlich kontrolliert und garantiert werden.

Bei der Messung des Blutzuckerspiegels spielt es keine Rolle, ob man an Diabetes Typ-1 oder Typ-2 erkrankt ist. In beiden Fällen wird eine Messung früher oder später notwendig.

Im folgenden Artikel erfahren Sie, welche Arten zur Bestimmung des Blutzuckerspiegels es gibt, wie häufig man den Blutzucker messen muss, wie die Messung mithilfe einer Stechhilfe erfolgt und welche Alternativen es zum Stechen gibt.

Die zwei wichtigsten Arten der Blutzuckerbestimmung

Die wichtigsten Methoden, um den Blutzuckerspiegel festzustellen, sind der HbA1c-Test und die spontane Messung des Blutzuckerspiegels. Während man Letztere selbst durchführen kann, muss der HbA1c-Test vom Arzt durchgeführt werden. Das Ergebnis des HbA1c-Tests dient als eine Art Blutzuckergedächtnis und gibt den durchschnittlichen Langzeit-Blutzuckerspiegel der letzten acht Wochen an.

Die spontane Messung des Blutzuckerspiegels erfolgt normalerweise mithilfe einer Lanzette, die ganz einfach in eine Steckhilfe eingebaut werden kann. Die Durchführung der Blutentnahme funktioniert dabei recht intuitiv, da die Stechhilfe lediglich auf die Haut aufgelegt werden muss. Per Knopfdruck fährt die Lanzette dann in die Haut und entnimmt einen Tropfen Blut.

Wie häufig muss man seinen Blutzucker messen?

Hierüber können keine pauschalen Aussagen getroffen werden, da die Häufigkeit der Messungen vom Patienten selbst abhängt. Grundsätzlich kann man sagen, dass Patienten mit Diabetes Typ-1 häufiger ihren Blutzucker kontrollieren müssen, als Patienten, die an Diabetes Typ-2 erkrankt sind.

Bei Diabetes Typ-1 muss der Blutzucker mehrmals täglich kontrolliert werden, da der Blutzuckerspiegel komplett durch die Insulintherapie angetrieben wird. Aufgrund dessen kann es zu starken Abweichungen kommen, die in Über- oder Unterzuckerung ausarten können.

Bei Typ-2 Diabetes ist der Organismus immer noch zum Teil selbst am Kohlenhydratstoffwechsel beteiligt, sodass Entgleisungen deutlich seltener vorkommen.

Letztendlich sollte man immer mit seinem behandelnden Arzt absprechen, zu welchen Zeitpunkten Blutzucker messen sinnvoll ist (z. B. vor und nach sportlicher Aktivität).

Anleitung: Blutzucker richtig messen

Wer seinen Blutzucker messen möchte, der greift heutzutage zu einer modernen Stechhilfe, die die Messung erheblich vereinfacht. Wenn die folgende Anleitung erst einmal in Fleisch und Blut übergegangen ist, dauert diese meist nur noch wenige Augenblicke, da mit der Zeit jeder Handgriff sitzt.

  1. Hände waschen
    Vor der Messung sollten die Hände mit warmem Wasser gewaschen werden. Das hat nicht nur hygienische Gründe, sondern fördert auch die Durchblutung in den Händen, wo letztendlich die Messung erfolgt.
  2. Lanzette in Stechhilfe einlegen
    Bei jeder Messung sollte eine neue Lanzette verwendet werden, da die vorherige von der letzten Messung abgestumpft oder verunreinigt sein könnte.
  3. Einstellung der Stichtiefe
    Bei Stechhilfen kann man normalerweise die Stichtiefe selbst bestimmen. An dieser Stelle sollte man allerdings nicht übertreiben, sondern die Stechhilfe so einstellen, dass gerade so genug Blut für die Messung entnommen wird.
  4. Einführung des Teststreifens
    Nun wird der Teststreifen in die Stechhilfe eingeführt. Anhand eines Codes auf dem Gerät kann überprüft werden, ob dieser korrekt eingelegt wurde.
  5. Blutentnahme
    Jetzt erfolgt die Messung des Blutzuckers, indem die Stechhilfe seitlich an die Fingerkuppe gehalten wird. Der Auslöser wird betätigt und die Stechhilfe entnimmt einen Tropfen Blut, der daraufhin mit dem Teststreifen in Berührung kommt.
  6. Ergebnis
    Das Ergebnis wird daraufhin protokolliert – beispielsweise im Diabetes-Tagebuch. Kurzfristig dient es als Anhaltspunkts, wie hoch bzw. niedrig der Blutzuckerspiegel gerade ist – und ob man aktiv werden sollte, um diesen zu korrigieren. Langfristig wird das Ergebnis dafür verwendet, den Verlauf des durchschnittlichen Blutzuckerspiegels zu analysieren.

Kann der Blutzucker auch ohne Stechen festgestellt werden?

Die Messung des Blutzuckers tut mit einer modernen Stechhilfe zwar nicht wirklich weh, manche Menschen haben jedoch mit dieser Art der Messung so ihre Probleme. Sie möchten deshalb häufig wissen, welche Möglichkeiten es noch gibt, wenn man seinen Blutzucker messen möchte.

Im Folgenden erhalten Sie einen kurzen Überblick über Alternativen zur Stechhilfe mit Lanzette. Beachten Sie hierbei jedoch bitte, dass keine der hier genannten Methoden an die Genauigkeit einer echten Blutentnahme herankommt.

  • Ohr-Clip
    Beim Ohr-Clip handelt es sich um ein technisches Gerät, das den Blutzucker mithilfe elektrischer Leitfähigkeit, Wärme und Ultraschall feststellt.
  • Sensor im Auge
    Alternativ kann man sich einen Sensor im Auge implantieren lassen, welches den Blutzuckerspiegel im umliegenden Gewebe misst.
  • Zuckeruhr
    Die Zuckeruhr funktioniert ähnlich wie der Ohr-Clip. Hier wird der im Blut enthaltene Zucker anhand der Leitfähigkeit des Gewebes festgestellt.
  • Monitor auf der Haut
    Der Monitor auf der Haut arbeitet mithilfe der Lichtstreuung und stellt somit den Blutzuckerspiegel anhand der Haut fest.
  • Biosensor
    Der Begriff Biosensor klingt im ersten Augenblick recht ausgefallen, allerdings stellt er auch nur die Bestandteile verschiedener Körperflüssigkeiten fest (z. B. Schweiß oder Tränenflüssigkeit). In diesen ist natürlich auch ein gewisser Anteil an Zucker enthalten.